TuS Rot-Weiß Koblenz: Spielbericht zum gestrigen Spiel

TuS Rot-Weiß Koblenz erkämpft sich 0:0 gegen den SSV Ulm 1846 Fußball

Es wäre kein Wunder, wenn Baboucarr Gayé in den nächsten Tagen nach dem Regionalligaspiel gegen den SSV Ulm mit etwas rauer Stimme zum Training aufs Oberwerth kommt. Der neue Torwart von TuS Rot-Weiß Koblenz dirigierte 90 Minuten lang lautstark seine Vorderleute, pushte sie, motivierte sie und stand, wann immer der Ball auf seinen Kasten kam, zuverlässig seinen Mann. Genau diese gegenseitige verbale Unterstützung gepaart mit unnachgiebigem Kampf und großem Teamgeist ist es, was die Mannschaft auf den Platz bringen muss, um gegen individuell und fußballerisch stärkere Gegner eine Chance zu haben. „Wir sind nur konkurrenzfähig, wenn wir das Ego herunterschrauben und jeder auf dem Platz Drecksarbeit für die Mannschaft betreibt“, fühlte sich Trainer Heiner Backhaus vom Ergebnis beim Saisonauftakt vor 250 Zuschauern bestätigt. Denn: Rot-Weiß erarbeitete sich mit exakt diesen Qualitäten ein überraschendes 0:0 gegen den Aufstiegskandidaten und somit einen Bonuspunkt. Mit ehrlicher Fußballarbeit, wie man sie dort besonders liebt, wo der Wittener Backhaus herkommt, machten die Koblenzer den Gästen das Leben schwer. „Es war genau das Spiel, das wir vorher erwartet hatten. Koblenz hat mit großem Aufwand alles reingeworfen“, sagte SSV-Coach Holger Bachthaler.
Die ersten zehn Minuten ließen bei den Einheimischen die Befürchtung aufkommen, dass dies ein gefühlt ganz langer Fußballabend werden könnte. Rot-Weiß stand unter Dauerdruck, fand keinen Zugriff und musste einen frühen Rückstand befürchten. „Bei uns passten die Abstände überhaupt nicht“, sagte Backhaus zu der Anfangsphase, die Ulm dominierte. Burak Coban gab in der 16. Minute den ersten Warnschuss ab und brachte sich damit in Abschlusslaune für seine weiteren Versuche nach einer halben Stunde. Einmal von außerhalb des Strafraums abziehend und einmal nach vorangegangener Flanke verfehlte der Mann aus der linken Ulmer Offensivreihe das Ziel (31., 32.). „Eine halbe Stunde lang haben wir mit vielen Balleroberungen eine gute Leistung gezeigt. Danach fehlte uns die Durchschlagskraft, und wir können die Bälle nicht festmachen“, schilderte Bachthaler seine Eindrücke. Als Koblenz immer mehr Sicherheit fand, ging für den Vorjahresaufsteiger auch auf  dem Weg nach vorne etwas. Alem Koljic versuchte es nach einem Solo über die linke Seite (18.), und Marcelo Franceschi fehlten in der 39. Minute nur Zentimeter zur Koblenzer Führung. Nach der Vorlage des vor Entschlossenheit und Tatendrang sprühenden Ali Ceylan setzte der Neuzugang von Inter Leipzig den Ball an den Pfosten. „Das möchte ich nicht thematisieren, sonst fangen sie hier in Koblenz noch an zu spinnen“, sagte Backhaus zu dieser dicken Gelegenheit und schloss den späteren Freistoß von Quentin Fouley, der ebenfalls an das Torgestänge klatschte (79.), gleich mit ein. „In diesen zwei Szenen hatten wir Glück“, gab Holger Bachthaler zu, wenngleich der ehemalige Bundesligist in der Summe der Möglichkeiten klare Vorteile hatte. Vier, fünf gute Chancen zählte Ulms Trainer allein in der zweiten Hälfte. Aber egal, ob es Adrian Beck mit einem Lupfer (46.), Burak Coban per Kopf (55.) oder Ardian Morina (80.) nach einem Konter versuchte – im finalen Moment fehlte den Baden-Württembergern der Killerinstinkt oder es störte eben noch rechtzeitig ein Koblenzer Verteidiger. „Wir haben eine überragende Ulmer Mannschaft sehr gut in Zweikämpfe verwickelt und die Schnittstellen geschlossen. Das war pure Leidenschaft und große Disziplin“, verteilte Heiner Backhaus viele Schulterklopfer, wenngleich er im Spiel mit dem Ball noch viel Luft nach oben sieht. Und eine Feststellung, die seine Einschätzung von vor der Partie bestätigte, nahm er auch mit: „Wir müssen immer mit dieser Hingabe spielen, um eine Chance zu haben.“

Koblenz: Gayé – Salla, Taag, Weidenbach, Koljic – Spang, Fouley – Klein, Franceschi (67. Sagat), Ceylan (90. Käfferbitz) – Arndt (56. Stojanovic).
Ulm: Heimann – Heilig, Geyer, Reichert, Jann – Sapina – Heußer, Beck (75. Kienle), Coban – Fink (61. Rühle), Higl (61. Morina).
Schiedsrichter: Tom Bauer (Mainz).

Zuschauer: 250.
Gelbe Karten: Klein, Stojanovic, Spang, Ceylan – Jann, Beck.

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