Rot-Weiß Koblenz mit spätem Punktgewinn gegen Hoffenheim II

Das Trainer-Duo von Rot-Weiß zählt zu den torgefährlichsten der Liga. Im Auswärtsspiel bei der Mainzer Bundesliga-Reserve im Dezember ging die Vorlage indirekt auf das Konto von Heiner Backhaus, als er Quentin Fouley mit seinen „Schieß, Schieß“-Rufen zum mutigen Bogenlampen-Abschluss aus dem Mittelfeld animierte. Dass der Ball im Tor landete und dieser Treffer beim „Tor des Monats“ zur Auswahl stand, ist hinlänglich bekannt. Und jetzt das Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim II: Ob die Rot-Weißen weit in der Nachspielzeit noch zum 2:2-Ausgleich gekommen wären, wenn Co-Trainer Manuel Moral Fuster bei einem Einwurf im Mittelfeld nicht blitzschnell geschaltet, den Sprintmodus eingelegt und Fouley den Ball zugeworfen hätte, ist fraglich. Schiedsrichter Matthias Edrich hatte zu diesem Zeitpunkt nämlich bereits die Pfeife im Mund, ließ, weil Moral Muster das Spiel von außen noch ein letztes Mal schnell machte, noch einen letzten Angriff zu. Gut aus Sicht der Gastgeber, denn über den eingewechselten Luca Beckenbauer und den flankenden Fouley gelangte der Ball zu Valdrin Mustafa, und dass es für den Gegner brandgefährlich wird, wenn der Koblenzer Torjäger abschließt, ist nichts Neues. Er nahm mit der rechten Klebe Maß, hing in der Luft wie das Spieler-Icon im Bundesliga-Logo und jubelte bereits zum 17. Mal in dieser Saison. Schiedsrichter Edrich pfiff die Partie danach gar nicht mehr an. Punktlandung für die Koblenzer, für die das 2:2-Unentschieden gegen die Kraichgauer sicherlich glücklich ausfiel.

„Wenn wir bis zur 86. Minute mit 1:0 führen, müssen wir das eigentlich ins Ziel retten. Aber das wäre heute auch nicht verdient gewesen. Wir zollen allmählich dem hohen Tempo in dieser Monstersaison Tribut. Das ist ganz normal. Und Hoffenheim war heute spielerisch deutlich überlegen“, fasste Rot-Weiß-Trainer Heiner Backhaus zusammen.
Lange Zeit sorgte das 1:0 durch Moritz Göttel für den Unterschied. In der 19. Minute machte die Hoffenheimer Innenverteidigung eine Fouley-Flanke noch einmal scharf. Göttel kam zum Abschluss und verwandelte in die linke untere Ecke. Es war die erste gefährliche Aktion der Hausherren. Bis dahin hatten lediglich die 1899er abgeschlossen: Semih Sahin in der 12. und Fisnik Asllani sowie erneut Sahin mit einer Doppelchance in der 16. Minute.

„Wir haben am Anfang viel investiert, dann aber einen Gang zurückgeschaltet“, beobachtete Backhaus.
Durchgang Nummer zwei begann mit einer Großchance für Ahmet Sagat, der nach Mustafas Vorlage an TSG-Schlussmann Daniel Klein scheiterte. Danach verflachte die Partie, dafür nahm sie in der Endphase noch einmal richtig Fahrt auf. Auffällig: Die Hoffenheimer Joker machten Betrieb. Amid Khan Agha bediente Niklas Kölle (80.), der die Chance zum Ausgleich liegen ließ. Ebenfalls im Laufe der Begegnung kamen die Protagonisten ins Spiel, die den Ausgleich herbeiführten. Quincy Lee Butler bediente Rui-Jorge Monteiro-Mendes – 1:1 (86.). Drei Minuten später wähnten viele Rot-Weiß-Anhänger die Partie dann sogar verloren. Butler und Monteiro Mendes waren die Wegbereiter für Jihad Bouthakrit. Er als weiterer Einwechselspieler traf aus spitzem Winkel. Alexis Weidenbach wollte noch retten, doch der Ball hatte die Torlinie deutlich überschritten. Die häufig zitierte Koblenzer Mentalität zahlte sich auch diesmal wieder aus. Das 17. Saisontor von Valdrin Mustafa brachte den Gastgebern noch einen Punkt ein, auf den nach dem Hoffenheimer Doppelschlag nicht mehr viel hingedeutet hatte.

Koblenz: Gayé – Ekallé (60. Pommer), Weidenbach, Miotke, Stojanovic – Spang (83. Beckenbauer), Sabani, Fouley – Sagat, Göttel (76. Müller), Ceylan (46. Mustafa).
Hoffenheim: Klein – Görlich (75. Kölle), König, Erb, Szarka – Lässig (46. Butler), Rüth – Amade, Asllani (63. Khan Agha), Sahin (63. Monteiro-Mendes) – Skenderovic (75. Bouthakrit).
Schiedsrichter: Matthias Edrich (Bliesen).

Zuschauer: keine zugelassen.
Tore: 1:0 Moritz Göttel (19.), 1:1 Rui-Jorge Monteiro-Mendes (86.), 1:2 Jihad Bouthakrit (89.), 2:2 Valdrin Mustafa (90.+3).

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein