TUS Rot-Weiß Koblenz: Der Finaltraum ist geplatzt

Dieser Abgang schmerzt Rot-Weiß Koblenz: Felix Käfferbitz verlässt enttäuscht den Karbacher Rasen, während die FC-Spieler im Hintergrund den Einzug ins Rheinlandpokalfinale feiern.

Der FC Karbach drückte es am Samstagabend mit der musikalischen Einspielung aus, wovon die Hunsrücker weiterhin träumen dürfen. Herbert Grönemeyers „Bochum“, das kurz nach dem Abpfiff des Rheinlandpokal-Halbfinales über den Quintinsberg dröhnte, bleibt im Visier des Oberligisten und ist nach dem 2:1 (1:1)-Sieg über Rot-Weiß Koblenz nur noch ein Sieg von den Blau-Weißen entfernt.

Aktuell sieht es danach aus, dass der Rheinlandpokalsieger mit dem Zweitligisten VfL Bochum das Heimrecht tauscht und „tief im Westen” sein DFB-Pokal-Erstrundenspiel absolviert. Dass die in den bisherigen Tests ungeschlagenen Gäste ausgerechnet im ersten Pflichtspiel unter der Leitung von Trainer Heiner Backhaus ihre erste Niederlage kassierten, entsprach überhaupt nicht den Plänen. Die Koblenzer wussten, dass die Aufgabe bei den eingespielten Karbachern mit einer komplett neuformierten Mannschaft – in der Anfangself standen mit Justin Klein und Jordi Arndt nur zwei Spieler aus der Vorsaison – schwierig wird.

Das Ziel, ein Endspiel im eigenen Stadion zu absolvieren, war aber trotzdem kein Geheimnis. Rot-Weiß verlor es wegen zwei zu einfach kassierter Gegentore aus den Augen und muss am kommenden Samstag zuschauen, wie der FC Karbach und der FV Engers (1:0 nach Verlängerung gegen die Eisbachtaler Sportfreunde) das Endspiel um den Rheinlandpokal bestreiten. „Mir persönlich tut es weh, weil ich als Trainer noch nie in einem Finale stand“, beschrieb Trainer Backhaus nach der Niederlage seine Gefühle. Seinen Spielern, die währenddessen mit hängenden Köpfen nach und nach aus der Kabine schlichen, stand die Enttäuschung genauso im Gesicht. Backhaus gratulierte dem Gegner, der sich den Sieg mit einer einfachen Spielart verdient habe.

Der Regionalligist besaß insgesamt mehr Ballkontrolle, hatte in zwei Situationen bei allen Bemühungen die FCK-Abwehr zu knacken jedoch defensiv nicht die Sinne beisammen. Karbach schoss nicht häufig auf das Tor von Baboucarr Gayé, aber die Abschlüsse von Lars Oster (18.) und Eric Peters (56.) brachten mehr ein als alle Rot-Weiß-Versuche.„Wir haben uns in der Abwehr in beiden Situation nicht gut abgesichert“, bemängelte Backhaus  Stellungsfehler seiner Hintermannschaft, die zu den beiden Gegentoren führten. Beim 1:0 schob Oster die Vorlage Mathias Fischers in den Kasten ein, beim 2:1 erreichte ein langer Ball FCK-Angreifer Peters, der Gayé umspielte und vollendete.

Die Elf vom Oberwerth machte aus ihrem Plus an Spielanteilen zu wenig. „Wir besaßen drei Großchancen zum 1:0″, resümierte Backhaus. Ins Tor gelang der Ball dann immerhin zum Ausgleich. Kapitän Quentin Fouley brachte einen Freistoß in den Strafraum, wo Ahmet Sagat noch den Kopf an die Kugel bekam und Florian Bauer im Karbacher Kasten keine Abwehrchance ließ (32.). Der zweite Rückstand stellte sich später als zu viel heraus für Koblenz. „Wir haben viel zu früh begonnen, nur noch lange Bälle zu schlagen“, kommentierte Backhaus und bezeichnete diese Versuche als „völligen Quatsch“. Wirklich zum Abschluss kam sein Team nicht mehr, obwohl sämtliche Offensiv-Joker auf dem Platz standen. Diesen musste Torschütze Fouley nach 66 Minuten verlassen. Der Franzose reagierte nach einem Karbacher Foulspiel im Mittelfeld über, trat nach und sah vom letztjährigen Zweitliga-Schiedsrichter Benedikt Kempkes die Rote Karte. Platzverweise aus der Vergangenheit verursachten das Fehlen von Marko Stojanovic und Tomislav Ivicic, die in Karbach Sperren absitzen mussten. „Ich hätte mir von den jungen Spielern, die stattdessen heute zum Einsatz kamen, eine andere Körpersprache und mehr Mentalität gewünscht“, stellte der Koblenzer Trainer fest. Daran müsse die Mannschaft arbeiten. Gerade, wenn sie in Rückstand liege.

Karbach: Bauer – Göderz, Junk, Puttkammer, Fischer – Dengüzli (83. Eberhardt) – Oster (90. Otto), Peuter, Kunz – Peters (72. Jakobs), Feilberg (79. Gubetini).
Koblenz: Gayé – Salla (83. Weidenbach), Taag, Spang, Koljic – Franceschi (60. Kurbashyan), Fouley – Ceylan, Klein (73. Serrano) – Sagat, Arndt (77. Käfferbitz).
Schiedsrichter: Benedikt Kempkes (Thür).
Zuschauer: 350.
Tore: 1:0 Lars Oster (18.), 1:1 Ahmet Sagat (32.), 2:1 Eric Peters (56.).
Besonderheit: Rote Karte gegen den Koblenzer Quentin Fouley (66., Nachtreten).

 

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