Reaktion: Regionalliga – Ein Pulverfass

Nun zu dieser Problematik gibt es sicherlich viele Ansichten, was auch gut ist.

Für mein Empfinden ist ein Problem schon die Möglichkeit, dass U23 Teams oder II. Teams in der 3. Liga spielen, dorthin aufsteigen dürfen. Das sollte unterbunden werden, ist es doch so, dass es sich hier definitiv um eine Profiliga handelt und „Amateure“ dort nichts verloren haben.

Diese zweiten oder U23 Teams bilden eine viel zu große Anzahl ab der 3. Liga und nehmen dadurch Plätze für andere Vereine mit ihrer ersten Mannschaft weg.

3. Liga: FC Bayern München II

Regionalliga West: Borussia Dortmund U23 (derzeit 1.), 1. FC Köln U23, Fortuna Düsseldorf U23, FC Schalke 04 U23, Borussia Mönchengladbach U23

Regionalliga Südwest: SC Freiburg II (derzeit 1.), VfB Stuttgart II, 1. FSV Mainz 05 II, TSG Hoffenheim II

Regionalliga Nord-Ost: Hertha BSC Berlin II

Regionalliga Nord: FC St. Pauli II, HSV II, Holstein Kiel II, SV Werder Bremen II, Hannover 96 II, VfL Wolfsburg II

Regionalliga Bayern (19/20): 1. FC Nürnberg II, SpvGG Greuther Fürth II

Macht insgesamt 18 Teams in Liga 3 und in den Regionalligen. Eine interessante Zahl, nicht wahr?

Kann es Sinn machen ein eigenes System für eine Reserveliga zu entwickeln? Möglicherweise ja. Es dürfte nur kein geschlossenes System sein, sondern eines, das parallell läuft. So hätten die Reserveteams einen Wettbewerb und belasten gleichzeitig nicht das „Haupt“ Ligasystem. Zudem könnte es die Frage(n) nach Absteigern in der jetzigen Situation etwas klären um die vergrößerten Ligen zu entschlanken und zu normalisieren.

Natürlich müsste man auch schauen, ob dies dann auch für Frauen Sinn macht, aber hier wäre erstmal eine grundsätzliche Konzeption der Professionalisierung etc. pp notwendig. Ist jetzt aber nicht das Thema.

Aufstiegsregelungen in die 3. Liga?

Wenn ich mir den reinen sportlichen Aspekt anschaue, der auch gegeben sein sollte, um einen Aufsteiger zu ermitteln, dann reichen keinesfalls 11 von 38 Spielen (Regio Nordost) oder aus den Gruppen Nord mit jeweils nur 9 Spielen von 22 möglichen + Playoffs? (Oder was war danach vorgesehen?)

Vor allem dann nicht, wenn 2 Ligen am Ende mit gespielten 38 bzw. 42 Spielen komplett durchgespielt haben. In diesen beiden Ligen hat man einen eindeutigen sportlichen Vergleich mit Ausfällen, Quarantänen und und und, so dass man wirklich sagen kann „ja, dieser Verein hat in einer gesamten Saison den Aufstieg sportlich erspielt“.

In dieser Saison würde es aus meiner Sicht ganz klar bedeuten: jeweils 2 Aufsteiger aus Regio West und Südwest – jedoch OHNE die Teams mit einer II oder einer U23 im Namen.

Aufstieg in die Regionalligen?

In anderen Sportarten gibt es eine Art Aufstiegsturnier für interessierte Vereine, die aufsteigen wollen würden. Klar ist das nun knapp zeitlich bemessen, aber es wäre eine Alternative für die entsprechenden Vereine, vor allem um die Unnötigkeit einer Klagewelle von diesen Vereinen abzuwenden.

Nehmen wir als Beispiel die Hessenliga: Für einen möglichen Aufsteigsplatz melden sich nur der SC Hessen Dreieich und die SG Barockstadt Fulda an. Der Rest hat evtl. kein Interesse an einem Aufstieg. Wäre ein Idealfall, denn beide Vereine waren nach 12 Spieltagen schon etwas weg vom Rest und auch die Aufstiegsaspiranten. 2 Spiele gegeneinander und der Gesamsieger steigt auf. Gratulation.

Beispiel Baden-Württemberg: Hier würden sich evtl. mehr als 2 anmelden: SGV Freiberg, Stuttgarter Kickers, 1. Göppinger SV und FSV 08 Bissingen. Auch hier reicht ein kleines Turnier aus – eine 4er Liga und am Ende steigt einer auf. Fertig

Beispiel: OL RLP Saar: SV Eintracht Trier, BFV Hassia Bingen (beide Nord) – VfR Wormatia Worms (Süd) – 3 Teams, mehr wollen nicht. 3er Liga und der erste steigt auf – fertig.

Der absolute Idealfall wäre nun im Fallbeispiel Regionalliga Südwest:

4 Vereine mit dem Namen II oder U23 verabschieden sich in ein Reserveliga System

2 Vereine steigen in die 3. Liga auf

3 Vereine kommen aus der Oberliga hinzu

evtl. kommt ein Verein aus der 3. Liga herunter

OHNE zusätzliche Absteiger, die derzeit auf den Abstgiegsrängen stehen.

Ergebnis: Regionalliga Südwest 2021/2022 spielt mit 20 Teams statt 22

 

Jetzt könnte natürlich jemand sagen: „Moment, dann könnte man doch so auch für die Regionalligan Nordost und Nord verfahren“ – Das lässt sich so nicht anwenden, weil es eben Unterschiede in den Regionalligan gibt. 2 spielen, und drei nicht. Die Ligen darunter spielen jedoch alle nicht.

Darüber hinaus ist wohl allen klar, dass es strukturelle Änderungen in den Regionalligen geben muss. Das jetzige System mit fünf Ligen, wovon eine lediglich 1 Bundesland abdeckt (Bayern) funktioniert absolut nicht. Wie es aussehen könnte? Jedenfalls sind 5 Ligen unter einer Liga, die nur 4 Absteiger hat, keine gute Sache.

Selbstverständlich muss eine einheitliche Umstellung auf professionelle Sportligen erfolgen – das ist absolut notwendig.

Zwangsläufig läuft es auf eine Struktur mit 4 Ligen hinaus mit jeweils 20 Teams und einem Aufsteiger sowie 4 Absteigern – gemessen an der Anzahl von Bundesländern die plausibelste Lösung OHNE zunächst auf die tatsächlichen Ligenstrukturen unterhalb der Regionalligen zu achten. Wenn man das mit einbezieht, kann sich die Anzahl an Absteigern durchaus verändern je Regionalliga.

Mir ist auch klar, dass das nicht das Allheilmittel ist, aber wenn man die zweiten / U23 Teams herauslässt aus dem Hauptsystem der Ligen eine denkbare Sache und sicherlich auch interessant für eine TV Vermarktung.

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