Aalen spielt das erste mal Remis, Koblenz rettet sich vorerst aus dem Tabellenkeller

Das ist... nicht der Siegtreffer für den FC Rot-Weiss Koblenz. Maurice Buckesfeld (am Boden), der den Schuss abgegeben hat, und Alexis Weidenbach (links) sehen zu, wie Aalens Steffen Kienle den Ball wenige Zentimeter vor der Torlinie weggrätscht. Es wäre das 3:2 für Koblenz in der 90. Minute gewesen.

Das war ein wilder Ritt, ein Finale furioso und ein emotionales Auf-und-Ab: Der FC Rot-Weiss Koblenz und der VfR Aalen trennen sich in der Fußball-Regionalliga Südwest mit einem 2:2 (1:0). Koblenz führte, Koblenz lag zurück, Koblenz hätte den Siegtreffer erzielten, aber genauso gut noch das 2:3 kassieren können – diese Begegnung vor 200 Zuschauern im Stadion Oberwerth hatte in der zweiten Halbzeit einiges zu bieten. „Das Ergebnis ist leistungsgerecht„, waren sich die beiden Trainer Heiner Backhaus (Koblenz) und Uwe Wolf (Aalen) in ihrer Spielanalyse einig.

Die Anfangsphase gehörte den Gastgebern, die sehr entschlossen aus der Kabine kamen, allerdings fanden sie zunächst nicht gefährlich den Abschluss. „Wir haben uns schwer getan, zu viel zurück gespielt, und Koblenz lief uns gut an„, analysierte Wolf, warum die ersten Minuten den Rot-Weißen gehörten. Nach 20 Minuten musste Heiner Backhaus verletzungsbedingt wechseln. Nils Fischer schied aus und wurde durch Jakob Lemmer ersetzt. Derweil ebbte der gute Beginn zwischenzeitlich ab. Aalen gestaltete die Begegnung rund um die 30. Minute ausgeglichen, das 1:0 war aber nach den Eindrücken bis dahin trotzdem verdient. Iosif Maroudis eroberte den Ball im Mittelfeld und spielte einen Traumpass zu Ali Ceylan, der im Eins-gegen-eins gegen Aalens Schlussmann Matthias Layer die Übersicht behielt und traf (43.). Die erste gute Möglichkeit des Nachmittags führte zum Treffer. Zuvor hatten es der Koblenzer Danny Breitfelder aus 16 (32.) und Gäste-Angreifer Benjamin Kindsvater aus 20 Metern (38.) jeweils ohne Erfolg versucht. „Ich glaube Baboucarr Gayé musste in der ersten Halbzeit kein einziges Mal eingreifen. Ich habe die Mannschaft in der Pause wachgerüttelt. Und siehe da, sie kam zurück„, sah Uwe Wolf eine deutliche Steigerung seiner Elf nach Wiederbeginn. „Aalen hat eine große Qualität und ist vorne brutal schnell„, lag es für RWK-Coach Backhaus auf der Hand, dass die Schwaben seinem Team besonders nach dem Rückstand noch alles abverlangen werden. Innerhalb von sechs Minuten war aus dem Koblenzer Vorsprung ein Rückstand geworden. Alessandro Abruscia, der Kapitän des ehemaligen Zweitligisten, nutzte zunächst die Vorarbeit von Kristjan Arh Cesen zum 1:1 (56.) und verwandelte nach einem von Schiedsrichter Cristian Ballweg geahndeten Foulspiel an Sean-Andreas Seitz den verhängten Strafstoß zum 1:2 (62.). „Der Aktion war ein klares Foulspiel an uns vorausgegangen„, tat sich Backhaus schwer, diese Entscheidung nachzuvollziehen.

Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Mark Müller verfehlte das Tor und die Vorentscheidung (69.), Marko Stojanovic (71.) und Breitfelder (75.) im gegenüberliegenden Strafraum den Ausgleich. Die Einheimischen wollte ihre Serie von vier ungeschlagenen Partien am Stück ausbauen und rannten an. Die emotionale Achterbahnfahrt über 90 Minuten komprimierte sich in der 83. Minute auf einige Augenblicke: Jakob Lemmer brachte den Ball an Layer vorbei ins Netz. Die Rot-Weißen jubelten. Als dann Schiedsrichter-Assistent Timo Hager die Fahne hob, weil er Lemmer im Abseits sah, kochten die Gemüter hoch. Aber damit war die Szene noch lange nicht beendet. Schiedsrichter Ballweg beratschlagte sich mit seinem Assistenten, kam zu dem Ergebnis, dass ein paar Aalener Haarsträhnen den Ball auf dem Weg zu Lemmer wohl noch berührt haben und zeigte auf den Mittelpunkt – 2:2 (83.). Auch wenn Uwe Wolf später betonte, dass jeder Punkt in dieser Saison sehr wertvoll ist, gaben sich beide Teams mit diesem Remis nicht zufrieden. Gayé war zweimal gegen Seitz (88.) und Andreas Knipfer (90.+2) auf dem Posten, während Maurice Buckesfeld zwischen diesen beiden guten Aalener Möglichkeiten nur ein paar Zentimeter zum vermeintlichen RWK-Siegtreffer fehlten. Steffen Kienle grätschte den Ball kurz vor der Torlinie aus dem Gefahrenbereich. „In diesem gutklassigen Regionalligaspiel hätten beide Mannschaften den Sieg verdient gehabt„, fasste Heiner Backhaus seine Sicht der Dinge zusammen, und sprach seinem Team für den großen Einsatz in der fünften Englischen Woche in Folge ein „Riesenkompliment“ aus.

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