Regionalliga Südwest kontert gegen Kickers Offenbach

Ronny Zimmermann hat, im Namen der Regionalliga Südwest GbR, mit deutlichen Worten auf die Kritik der Kickers Offenbach reagiert.

Hier die Stellungnahme:

 

,,Sehr geehrter Herr Wagner,

in einem offenen Brief an den Geschäftsführer der Regionalliga Südwest Sascha Döther vom 01.11.2020 erheben Sie zum einen Forderungen, zum anderen aber auch Vorwürfe, die wir nicht unerwidert lassen können. Diese betreffen im Wesentlichen die Entscheidung zur Absetzung der Spiele im November sowie unsere Haltung in der Diskussion darüber, ob die Regionalliga Südwest dem „Profisport“ zuzurechnen ist. Vor allem aber stellen sie die Arbeit von Herrn Döther in Frage, was wir nicht hinnehmen werden.

Sie fordern u.a., dass die Verantwortlichen der Regionalliga Südwest „auch an einem Samstag oder auch Sonntag (…) alles Erdenkliche tun“ um eine Entscheidung der zuständigen Ministerien einzuholen und sich in diesem Zusammenhang klar für den „Status Profisport“ einzusetzen. Darüber hinaus legen Sie anderen Teilnehmern der Regionalliga Südwest nahe, sich vom Spielbetrieb abzumelden, sollten diese zur Frage „Profisport“ eine andere Auffassung vertreten. Sowohl in der Form als auch in der Sache weisen wir diese Forderungen aus den folgenden Gründen zurück:

Es steht Ihnen nicht an, uns Vorgaben machen zu wollen, wann und auf welchem Wege wir Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern zu führen haben. Als Präsidenten der in der Gesellschafterversammlung vertretenen Landesverbände sind wir – wie auch Herr Döther – erfahren genug, um zu wissen, wann der geeignete Zeitpunkt für Gespräche mit staatlichen Stellen ist. Und wir haben auch ein Gespür dafür, wann ggf. Zurückhaltung geboten ist, weil in einer ganz außergewöhnlichen Situation, in der in den Ministerien unzählige und darunter viele  existentielle Fragen zu beantworten sind, die Belange einer Regionalliga, nicht die allerhöchste Priorität haben können. Insbesondere aber wissen wir, dass ein sachlich höflicher Umgangston auch in Drucksituationen weiterhilft. Diesen pflegt Herr Döther zu jeder Zeit, und zwar auch unter hoher Belastung; wir erwarten einen solchen auch ihm gegenüber.

In der Sache würde eine vorbehaltlose und undifferenzierte Forderung, die Regionalliga Südwest dem „Profisport“ zuzuordnen, zahlreiche Folgefragen aufwerfen, die jedenfalls wir in der Kürze der Zeit in ihrer Tiefe nicht durchdringen und auch nicht für alle Teilnehmer der Liga beantworten können. Diese betreffen das Steuer- und Gemeinnützigkeitsrecht sowohl mit Blick auf die Teilnehmer als auch die Trägerverbände, das Vereinsrecht bzw. der Rechtsformwahl, das Arbeitsrecht, Möglichkeiten der Förderung durch die öffentliche Hand, Auswirkungen auf die gesetzliche Unfallversicherungspflicht und anderes mehr. Die Antworten auf diese Fragen können nur unter Berücksichtigung der individuellen Verhältnisse aller Teilnehmer – bei denen es sich teilweise um Kapitalgesellschaften, teilweise um gemeinnützige Idealvereine handelt – und nach eingehender Prüfung sachgerecht beantwortet werden. Dass sich die übrigen Teilnehmer der Regionalliga Südwest hier schon ganz unterschiedlich und deutlich abweichend zu Ihrer Argumentationslinie positioniert haben, ist Ihnen bestens bekannt. Wir respektieren Ihre, aber auch deren Argumente und sehen es als unsere Pflicht an, allesamt gewissenhaft zu prüfen.

Unsere Entscheidung zur Absetzung der Spiele im November 2020 ist Ihnen zugegangen. Wir hätten es begrüßt, wenn Sie nicht nur Ihre Forderungen, sondern auch die Begründung unserer Entscheidung, aus der hervorgeht, weshalb dieser Schritt bei Abwägung aller relevanten Aspekte erforderlich war, über Ihre Kommunikationswege transparent gemacht hätten. Wir sind uns sicher, dass dann auch Ihre Anhänger hätten nachvollziehen können, dass Ihre Vorwürfe unberechtigt sind, zumal Herr Döther Sie über alle Schritte nachweislich jeweils zeitnah informiert hatte. So vermittelt sich uns der Eindruck, dass Sie ganz bewusst ein einseitiges Bild zeichnen.

Nur der Vollständigkeit halber sei noch klargestellt, dass wir uns durch mediale Ausführungen weder in die eine noch in die andere Richtung drängen und unsere Entscheidungen nicht beeinflussen lassen.

Abschließend dürfen wir in aller Klarheit feststellen, dass Herr Döther unser volles Vertrauen als Geschäftsführer der Regionalliga Südwest genießt und wir es auch künftig nicht dulden werden, wenn er durch einseitige oder verzerrende Darstellungen – öffentlich – in Misskredit gebracht werden sollte. Er führt die Geschäfte der Regionalliga Südwest seit Jahren in ausgezeichneter Weise und erfährt höchste Anerkennung, wie wir aus zahlreichen Rückmeldungen anderer Teilnehmer der Regionalliga Südwest und weit darüber hinaus wissen.  

Mit freundlichen Grüßen

REGIONALLIGA SÜDWEST GbR

Ronny Zimmermann

Vorsitzender der Gesellschafterversammlung

DFB-Vizepräsident

Im Namen der Präsidenten des wfv, SBFV, HFV, FVR, saarfv, SWFV’’

1 Kommentar

  1. Warum antwortet der „Geschäftsführer“ der Regionalliga Südwest, Sascha Döther, nicht selbst, sondern sein direkter Vorgesetzter? In der freien Wirtschaft wäre damit die Position von Döther nachhaltig untergraben. Egal ob Döther gleich zum Chef gelaufen ist um nach Hilfe zu schreien, oder ob sein Chef ihn gleich übergeht, weil er ihm nicht zutraut, selbst antworten zu können.

    Entlarvend auch, dass die Regionalliga Südwest und der DFB in der (angeblichen!) Kürze der Zeit nicht alle steuerlichen, versicherungstechnischen, gemeinnützigen etc. Fragestellungen beantworten können. Jede kleine Rechtsanwaltskanzlei hätte in einer Stunde Zweifel ausräumen können, bzw. gemerkt, dass diese Fragen nur vorgeschoben und rechtlich haltlos sind. Oder auch nur ein einfacher Blick zum Nachbarn, der Regionalliga West, hätte gereicht, um zu erkennen, dass es gar keine rechtliche Probleme gibt.

    Das alles lässt letztendlich nur Schluss zu, dass Herr Döther und der DFB von der eigenen Inkompetenz ablenken wollen und/oder sie so sehr mit sich selbst beschäftigt sind, dass sie für ihre eigentlichen Aufgaben gar keine Zeit mehr haben, schon gar nicht in diesen schwierigen Zeiten. Sei es aufgrund der „Aufarbeitung“ des „gekauften“ Sommermärchen 2006 (das zum Thema Verlust der Gemeinnützigkeit des DFB), des kürzlich aufgedeckten „Steuerskandal u.a. um die Bandenwerbung“. Oder sei es aufgrund der, wie zu lesen, bekannten „vielen Unstimmigkeiten“ zwischen DFB-Präsident Keller und seinem Generalsekretär Curtius…

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein